Einführung in die Welt der µC & µP

„Aller Anfang ist schwer“ – Dieser Grundsatz gilt leider auch in Bezug auf das weite Themengebiet der Mikrocontroller (µC) und Mikrocprozessoren (µP). Aber gewagt ist halb gewonnen, also los geht´s !

Was will ich ?
Diese Frage sollte sich jeder Einsteiger zu Beginn stellen. Möchte ich nur ein wenig mit den Mikrochips basteln und mich mehr der Elektronik widmen, oder möchte ich hauptsächlich Programme für die µC´s & µP´s entwickeln. Um beides kommt man sicherlich nicht herum, aber jeder kann seinen Schwerpunkt selbst festlegen. Für die µC´s gibt es fertige Experimentierboards bzw. Entwicklungskits der einzelnen Hersteller, die einen einfachen Einstieg in die ersten Schritte problemlos ermöglichen. Durch die sinnvolle Bündelung von Hardware und Software durch den Hersteller kann man schnell die ersten Ergebnisse erzielen. Meist liegt den Startpaketen auch eine entsprechend gut dokumentierte Demosoftware dabei, einfache Projekte wie Blinkschaltungen führen hier zu Anfang ohne Kopfschmerzen zum Erfolg.
Für den angehenden Programmierer ist ein fertig aufgebautes Startset ohne weiteres Elektronikbasteln eine sinnvolle Lösung. Andere wiederum suchen gerade im eigenen Aufbau eines Selbstbausets den Einstieg, hier kann der Einsteiger auch die Technik der Hardware von Anfang an „begreifen“ – im wahrsten Sinne. Auch hier gibt es Startkits, welche noch selbst zusammengebaut werden müssen (Lötkolben nötig).
Aufgrund der miniaturisierten Bauform mancher µC & µP ist der Selbstbau jedoch manchmal schwierig, nicht jeder hat einen Reflow-Lötofen Zuhause, der für die Assemblierung solcher Projekte benötigt wird.

Steckbrett (Breadboard)

Steckbrett (Breadboard)

Wer die Grundlagen komplett erfahren will, ist bestimmt mit einem µC in DIL-Bauform sowie einem Steckboard (Breadboard) sowie einer Hand voll Bauteilen gut bedient. Größere Projekte werden hier zwar schnell unübersichtlich, aber dann kann man ja ggf. auf eine selbstentwickelte Platine umsteigen.
Wir empfehlen für den Einstieg fertige Module, die teilweise (noch) nicht ganz funktionsfähig sind, aber schnell mit einfachen Mitteln in Betrieb gesetzt werden können. Daneben haben sich die Entwickler bei der Zusammenstellung solcher Starterkits auch etwas bei der Auswahl der Komponenten gedacht, ein einzelner µC macht halt noch keine Blinkschaltung.

Einige Anbieter haben wir in unserer Linksammlung zusammengestellt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Für welche µC/µP-Familie entscheide ich mich ?
Hier lauert der nächste Fallstrick. Es gibt derzeit eine Vielzahl von µC/µP-Familien – da fällt die Auswahl schwer. Einige Familien wie z.B. die 8051er-µC´s sind schon Jahrzehnte lang im Einsatz, andere sind wie das Raspberry Pi-System erst seit ca. 3 Jahren auf dem Markt. Daneben gibt es für fast alle Anforderungen den richtigen µC bzw. µP. Zu den bekanntesten µC zählen die Familien der Fa. Atmel (AVR)  sowie die der Fa. Microchip. Im Bereich der µP ist die Auswahl ebenfalls sehr vielfältig, jedoch sind aufgrund der Komplexität der einzelnen Komponenten die Auswahl hier doch recht schwierig. Der bereits genannte Raspberry Pi der Raspberry Pi-Foundation aus Großbritannien ist als System-on-a-Chip (SoC) eine Zwischenstufe zwischen den µC und µP – und das Ganze zu einem Preis unter 50 €.

Raspberry Pi - Foto © Jwrodgers

Raspberry Pi – Foto © Jwrodgers

Ohne hier eine Präferenz zu setzen, ist ein „kleiner“ Atmel auf einem günstigen Entwicklungsboard (manche Elektronik-Discounter haben sowas für ca. 30 € schon im Angebot) ein guter Anfang.Wenn jemand von dem Fieber der µC´s & µP´s gepackt ist, wird man schnell auch andere Hersteller „ausprobieren“ wollen. Die Preise sind hier alle recht moderat. Eine Übersicht der Familien ist hier in diesem Websystem verfügbar – einfach mal nachschauen.

Wofür mache ich das alles ?
Das ist die wichtigste Frage. Nur zum Basteln wäre eine Antwort. Sinnvolle Hobbybeschäftigung ist eine Andere. Zu Weiterbildungszwecken (Schule&Beruf) bzw. zum Verständnis aktueller Technologien wäre ebenfalls eine Antwort. Welche Antwort für den einzelnen Einsteiger richtig ist, muss jeder persönlich für sich selbst entscheiden.
Nur alle sollten eins gemeinsam haben => Es muss Spaß machen !

Ein Hinweis noch in eigener Sache – alle Erfahrungen mit den einzelnen Systemen habe ich im Laufe der letzten 30 Jahre gemacht – über den Homecomputer, den allgegenwärtigen PC bis zu den neuesten µC´s . Wichtig ist nur eins: Alle Erfahrungen kann nur jeder für sich selbst sammeln. Hilfe ist sicher ganz sinnvoll – das Internet ist schließlich auch voll mit den verschiedensten Angeboten und Projekten – nur umsetzen muss das ebenfalls jeder persönlich für sich.

Also … Los geht´s !

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